Es war ein ganz besonderer Abend im Caritas-Stadtteiltreff in Lützel. Mahr als 50 Gäste waren gekommen, um Geschichte hautnah zu erleben. Unter dem Titel "Johann, der Steinmetz" nahm Hans-Werner Seul die Zuhörer mit auf eine Zeitreise ins 19. Jahrhundert.

Zu Beginn gab er einen Rückblick auf das politische und gesellschaftliche Leben in Europa. Die Stadt Koblenz lag dabei im Spannungsfeld zwischen der katholischen und protestantischen Kirche sowie französischen und preußischen Einflüssen. Die Hauptfigur des Abends war Johann, ein junger Steinmetz aus Lonnig, der in den Steillagen an der Untermosel seine ersten beruflichen Erfahrungen sammelte. Ihn zog es nach Koblenz, um dort sein Glück bei der Erbauung der Feste Kaiser Franz zu finden. An diesem persönlichen Beispiel wurde die Entwicklung des aufblühenden Vorortes Lützel anschaulich vorgestellt und war zum Greifen nah.
Im Anschluss an den Vortrag freuten sich alle Anwesenden auf einen geschichtlichen kulinarischen Leckerbissen. Es wurden leckere "Schrottele" (Soßenkartoffeln) serviert, ein typisches Gericht aus der damaligen Zeit.
Hans Werner Seul ist Initiator des Arbeitskreises "Lützeler Geschichte lebendig halten". Engagierte Bürger treffen sich seit zweieinhalb Jahren regelmäßig im Stadtteiltreff in der Mayener Straße. Das Wirken des Arbeitskreises trägt bereits erste Früchte. So gibt es eine digitale Bilderschau zur Geschichte des Stadtteils, die in der Filiale der Sparkasse in Lützel gezeigt wird. Ebenso wurde in Kooperation mit der Stadt Koblenz eine Gedenktafel für die im Krieg zerstörte Antonius-Kirche errichtet.
"Wir danken Herrn Seul ganz herzlich für sein großartiges Engagement", sagte Caritasmitarbeiterin Ulrike Bourry. "Es war für all unsere Gäste ein spannender und interessanter Abend." Aufgrund der großen Nachfrage und einer langen Warteliste wird die Veranstaltung am 28. Februar wiederholt.