Für ihn der schönste Arbeitsplatz in der Region: Viktor Schawrin arbeitet am Rheinufer vor der historischen Stadtmauer von Rhens – mit Blick auf das wunderschöne Mittelrheintal.Foto: Marco Wagner
Es ist ein sonniger Frühlingstag am Rheinufer in Rhens. Viktor Schawrin stutzt Büsche und Hecken vor der historischen Stadtmauer des kleinen Städtchens, mit traumhaftem Blick zur Marksburg auf der anderen Flussseite. Arbeiten, wo andere Urlaub machen: Dieser häufig verwendete Werbeslogan trifft bei Viktor Schawrin definitiv zu. "Es ist für mich der schönste Arbeitsplatz in der Region", sagt der 48-Jährige mit einem Lächeln auf den Lippen. "Schließlich kommen viele Menschen von weit her, um diese traumhafte Natur und dieses Panorama zu genießen." Die Grünanlagen der Stadt sind sein Revier. Mit Herzblut und großem Engagement pflegt er die Spielplätze, den Friedhof, die Parkanlagen sowie den Fahrradweg am Rhein.
Berufliche Anerkennung als Meilenstein
Der Mann mit dem grünen Daumen hat seinen Traumjob gefunden. In seinem Heimatland Kasachstan hatte Viktor Schawrin eine Ausbildung in der Landwirtschaft absolviert. Seit 2003 lebt der zweifache Vater in Deutschland. Viele Jahre war er als ungelernter Arbeiter beschäftigt, als Staplerfahrer, Pressanlagen- und Maschinenführer.
2024 suchte der Bauhof der Stadt Rhens Verstärkung. Für Viktor Schawrin war der Weg zu den beruflichen Wurzeln gleichzeitig ein Neustart. Die Personalabteilung motivierte ihn, seine Zeugnisse aus Kasachstan anerkennen zu lassen. Durch diesen Impuls fand er den Weg zum IQ Service Anerkennung- und Qualifizierung der Koblenzer Caritas.
"Unser Ziel ist die nachhaltige Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Migrationsgeschichte", berichtet Caritas-Mitarbeiterin Irina Mertens. "Die Anerkennung im Ausland erworbener Bildungsabschlüsse ist ein Meilenstein für das weitere Berufsleben." Viktor Schawrins persönliche Erfolgsgeschichte war das perfekte Zusammenspiel verschiedener Akteure. Die Caritas-Beratungsstelle knüpfte Kontakt zur hiesigen Landwirtschaftskammer, um die Anerkennung im deutschen Referenzberuf zu erreichen. Nach knapp vier Monaten konnte Viktor Schwarin stolz sein Gleichwertigkeitszertifikat als Fachkraft für Agrarservice in den Händen halten.
Große Wertschätzung und eine Gehaltserhöhung
Freuen sich über die berufliche Anerkennung als Fachkraft für Agrarservice (v. l. n. r.): Bürgermeister Jörg Schüller, Viktor Schawrin, Caritas-Mitarbeiterin Irina MertensFoto: Marco Wagner
Im 15-köpfigen Team der Stadt Rhens hat sich Viktor Schawrin vom ersten Tag an wohlgefühlt. "Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich und ich habe tolle Kollegen." Er erhält große Wertschätzung und Anerkennung. Das positive Ergebnis des Anerkennungsverfahrens bedeutete für ihn gleichzeitig eine Lohnerhöhung. "Wir sind stolz auf unser eingespieltes Team", strahlt Bürgermeister Jörg Schüller. "Viktor Schawrin ist für uns ein absoluter Glücksgriff."
IQ Service ist ein Erfolgsmodell
Seit Projektbeginn im Jahr 2015 begleitete das IQ-Beratungsteam der Caritas knapp 6.000 Personen auf dem Weg ihrer beruflichen Anerkennung. Pflegefachkräfte, Zahnärzte, Verwaltungsangestellte sowie unterschiedliche handwerkliche Berufe: Alleine im vergangenen Jahr wurden 613 Menschen unterstützt, unter ihnen war auch Viktor Schawrin.
Die Grünanlagen am Rhein genießt er nicht nur während der Arbeitszeit. Viktor Schawrin ist passionierter Angler und kann bei seinem Hobby wunderbar abschalten - natürlich ebenfalls mit Blick auf die Marksburg, schließlich hat er den schönsten Arbeitsplatz in der Region.
Weitere Informationen:
IQ Service Anerkennung und Qualifizierung Koblenz
Hohenzollernstraße 118, 56068 Koblenz
Telefon: 0261 13906-513
E-Mail: iq@caritas-koblenz.de
www.iq-rlp.de
IQ Service Anerkennung- und Qualifizierung
Die Beratungsstelle "IQ Service Anerkennung und Qualifizierung Koblenz" wird im Rahmen des Förderprogramms IQ - Integration durch Qualifizierung durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge administriert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Bundesagentur für Arbeit.