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Stand: 22.10.2018

Pressemitteilung

Spielst du mit?

Aktionstag GlücksspielsuchtDie beiden Caritas-Mitarbeiterinnen Ellen Meyer und Sabine Radermacher informierten im Rahmen des bundesweiten Aktionstages in der Koblenzer Fußgängerzone.Foto: Marco Wagner

Die beiden Regionalen Fachstellen Glücksspielsucht aus Koblenz und Bad Ems beteiligten sich an einem Aktionstag der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG). Ziel war es, über die Gefahren der Spielsucht und Wege der Hilfe und Selbsthilfe aufzuzeigen.
"Was für die einen Spaß und Zeitvertreib ist, kann für andere Menschen schwerwiegende Folgen haben. Bezogen auf Rheinland-Pfalz geht man von ca. 24.000 Menschen mit pathologischem und Personen mit problematischem Spielverhalten aus", sagt Caritas-Mitarbeiterin Ellen Meyer. "Die Dunkelziffer gerade in diesem Bereich ist enorm hoch." Glücksspielsucht ist seit 2001 als Krankheit bei Krankenkassen und Rentenversicherungsträgern anerkannt. Betroffene können daher, ähnlich wie bei anderen Suchterkrankungen, Behandlungen im ambulanten und stationären Rahmen in Anspruch nehmen.

Aktionstag Glücksspielsucht 2Passanten konnten sich am Stand informieren und die eigene Haltung zum Thema Glücksspiel reflektieren.Foto: Marco Wagner

An einem Infostand in der Koblenzer Fußgängerzone dienten Bodenzeitungen und Glückskekse dazu, Passanten auf das Thema aufmerksam zu machen. In lockeren Gesprächen wurden sie angeregt, die eigene Haltung zum Glücksspiel zu reflektieren. In diesem Jahr wurde das Thema Werbung in den Fokus gerückt.

Werbung ist allgegenwärtig
Immer mehr Menschen, auch Jugendliche, werden in ihrem Alltag mit Glücksspiel und der Werbung dafür konfrontiert. Ein Fußballspiel kann nicht mehr geschaut werden, ohne auf der Bandenwerbung oder in der Halbzeitpause Sportwettanbietern zu begegnen. Dies ist zwar legal, senkt jedoch die Hemmschwelle selbst zu wetten, vor allem durch die prominente Besetzung der Werbung. Gerade unter Mitgliedern von Sportvereinen ist das Interesse an Sportwetten hoch, auch weil die Werbung das Wetten vordergründig als harmlos erscheinen lässt. "Aus unserer Sicht ist diese Werbung sehr kritisch zu betrachten, da wir im Laufe der letzten Jahre tatsächlich vermehrt Anfragen von Menschen bekommen, die in problematischem Umfang Sportwetten tätigen", berichtet Ellen Meyer.

Seit 2009 gibt es in Koblenz die Regionale Fachstelle Glücksspielsucht, die dem Caritas-Zentrum für ambulante Suchtkrankenhilfe angegliedert ist. Neben Betroffenen suchen auch Angehörige die Beratungsstelle auf. "Wir erleben in unserer täglichen Arbeit häufig, wie die Spielsucht ganze Familien in den Abgrund ziehen kann", ergänzt Caritas-Mitarbeiterin Sabine Radermacher. "Selbstverständlich unterliegen wir der Schweigepflicht, sodass betroffene Menschen oder Angehörige sich jederzeit vertraulich an uns wenden können." Das Angebot der Fachstelle umfasst auch eine professionelle Beratung bei finanziellen Schwierigkeiten in Verbindung mit Glücksspielsucht sowie die Weitervermittlung in eine stationäre Rehabilitation.
Darüber hinaus finden regelmäßig Präventionsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit Schulen, Elternkreisen oder Selbsthilfegruppen statt. Das Einzugsgebiet der Regionalen Fachstelle umfasst neben dem Koblenzer Stadtgebiet auch die Landkreise Mayen-Koblenz und Bad Neuenahr-Ahrweiler.

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